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Oh, wie schön ist der Panama-Kanal

Oh, wie schön ist der Panama-Kanal

Unsere gemeinsame Reise durch Südamerika - über den Amazonas Regenwald, Rio de Janeiro, Montevideo, Buenos Aires, Santiago de Chile, Lima und Manta - geht mit
dem atemberaubenden Panama-Kanal zu Ende. 

Teil 1 - Faszination Regenwald: hier
Teil 2 - Rio, Montevideo, Buenos Aires: hier
Teil 3 - Santiago, Lima, Manta: hier

Der Panama-Kanal wurde 1914 eröffnet und ist heute einer der wichtigsten Wasserwege der Welt. Mehr als 14.000 Schiffe durchqueren die ca. 80 km in 12 Stunden jedes Jahr, um die 12.000 km längere Fahrt um das Kap Hoorn zu vermeiden.

Die Idee den Pazifischen und Atlantischen Ozean zu verknüpfen war keine neue. Schon Karl V, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, spielte mit dem Gedanken in 1523, fast 400 Jahre vor der Eröffnung des Panama-Kanals. Sein Sohn Philipp II. sandte sogar einige Ingenieure aus, um zu prüfen wie ein Kanal realisierbar wäre, entschied allerdings später, dass es gegen Gottes Wille wäre, zwei Ozeane zu verbinden. 300 Jahre später in 1881, nach dem Erfolg des Suez-Kanals, begann eine französische Gesellschaft erstmals mit dem Bau des Kanals.

Panama-Kanal

Der französische Versuch

Das Projekt wurde wesentlich teurer als anfangs angenommen. Ferdinand de Lesseps, der Erbauer des Suez-Kanals, wollte den Panama-Kanal ohne Schleusen bauen, wobei der niedrigste Punkt des zu durchquerenden Gebirges allerdings bei 84 Meter über dem Meeresspiegel lag. Das umliegende Land zeigte sich auch schwer zu bändigen. Wochenlange Arbeit wurde von Erdrutschen oft in Sekunden zunichte gemacht und Lesseps Ingenieure hatten große Probleme, die wilden Wasser des Chagres’ zu zähmen. Die Probleme warfen das Projekt so weit zurück, dass fortlaufende Finanzierung nur durch weitläufige Bestechung von Journalisten und Politikern gleichermaßen gesichert werden konnten.

Außerdem dezimierten Malaria und Gelbfieber die Arbeiterschaft. Die Überträger der Krankheiten waren noch unbekannt und Methoden zur Vorbeugung waren im besten Fall ineffektiv. In 8 Jahren starben über 22.000 Arbeiter an den Krankheiten. 1889 wurde das französische Projekt beendet und 800.000 Investoren verloren ihr Geld. Es war der größte Finanzskandal im Frankreich des 19. Jahrhunderts, der Finanzminister, Ministerpräsident und Dutzende andere Politiker mussten ihre Karriere beenden.

Panama wird unabhängig

13 Jahre später (1902) kauften die USA die Überreste des Projektes für 40 Millionen US-Dollar. Der Haken: Das umliegende Land gehörte Kolumbien und das Parlament sah 10 Millionen Dollar und eine jährliche Pacht von 250.000 Dollar als zu wenig an, um den Amerikanern die Bebauung zu erlauben.

Daraufhin formte sich eine kleine Gruppe von Verschwörern, die alle für die Panama Railroad Company arbeiteten, und nahmen den Kommandeur der kolumbianischen Truppen fest. Sie riefen - mit etwas Hilfe der Amerikaner, die gerade rechtzeitig eintrafen - den unabhängigen Staat Panama aus. Der neue Staat wurde sofort vom Außenministerium der USA anerkannt und kurz darauf wurde ein Abkommen unterzeichnet, welches den USA das den Kanal umgebende Land ‘für immer’ zusprach.

Das Abkommen sorgte später für wachsende Spannung zwischen den Staaten und die USA machten über die Jahre mehrere Zugeständnisse an Panama. In 1977 unterzeichnete der damalige Präsident Jimmy Carter ein neues Abkommen, welches die Kontrolle über den Kanal zurück an Panama gab. Und so endete ‘für immer’ zur Jahrtausendwende im Jahr 2000, 96 Jahre nachdem die USA den Bau des Kanals 1904 begann.

Eröffnung 400 Jahre nach der Idee

Die Amerikaner verfolgten einen anderen Ansatz als Lesseps damals. Aus dem Chagres Fluss wurde der Gatunsee, zum Überbrücken der Höhenunterschiede wurden riesige Schleusen gebaut. Die Bedingungen für die Arbeiter verbesserten sich auch drastisch, zum Großteil, da die Überträger von Malaria und Gelbfieber nun bekannt waren und bekämpft wurden. 120 Tonnen Insektizide wurden in nur einem Jahr verbraucht. Dennoch starben auch bei diesem Anlauf mehr als 5.600 Arbeiter.

Der Panama-Kanal wurde am 15. August 1914 endlich eröffnet, der kleine Frachter ‘Cristobal’ war das erste Schiff, der ihn durchqueren durfte. Die feierliche Eröffnung des riesigen Projekts war den meisten Zeitungen aber kaum eine Schlagzeile wert, denn nur ein paar Tage früher hatte in Europa ein Krieg begonnen.

Einfahrt in den Panama-Kanal

Wie funktioniert das mit dem Panama-Kanal eigentlich?

Reedereien reservieren die Passagen-Durchfahrt gegen Gebühr vorab und durchlaufen vor Ort zum Ausgleich des Höhenunterschieds 3 Schleusen (Miraflores, Pedro Miguel & Gatun). In der Schleuse ziehen die kleinen Lokomotiven (Mulas = Maulesel) die Schiffe.

In die Gegenwart - Erweiterung

Am 26. Juni 2016 wurde der Panama-Kanal nach 9 Jahren Erweiterungsarbeiten erneut eröffnet - 102 Jahre nach der ersten Öffnung. Eigentlich sollte der faszinierende Wasserweg bereits zum 100-jährigen Jubiläum wieder fertig sein, doch die Arbeiten verzögerten sich. Durch den Umbau können nun ebenso die sogenannten Postpanamax-Schiffe (Containerschiffe) die Passage passieren.

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